Zum heutigen internationalen #RomaTag möchte ich auf den Rassismus aufmerksam machen, welchem die schätzungsweise 10 bis 12 Millionen Romnja in ganz Europa ausgesetzt sind. Weil sie je verschiedenste Lebensweisen und -realitäten haben, unterscheiden sich auch die Rassimuserfahrungen. In Deutschland berichten Romnja - neben den alltäglich Diskriminierungserfahrungen - über strukturelle Benachteiligungen im Umgang mit Sozialbehörden und das Gefühl, unter dem rassistischen Generalverdacht des Leistungsmissbrauchs zu stehen. Heute hissen unter anderem zehn Berliner Bezirke die Roma-Flagge. Das rote Speichenrad (auch Chakra genannt - es bezieht sich auf die Indische Herkunft der Roma) auf blau-grünem Grund verstehen Rom*nja als Statement für Respekt und Gleichberechtigung sowie gegen Ausgrenzung. Diesem Statement schließe ich mich an!
Heute vor 50 Jahren kamen auf dem ersten Welt-Roma-Kongress Delegierte aus 14 nationalen Roma-Bürgerrechtsorganisationen zusammen, um über die Verbesserung ihrer diskriminierenden Situation zu beraten. Neben der Roma-Flagge war ein weiterer wichtiger Beschluss, die von den Rom*nja als abschätzig eingestufte deutschsprachige Fremdbezeichnung durch ihre Selbstbezeichnung "Roma" abzulösen. Für mich ist es eine Sache des Anstands, Begriffe, die Menschen ausdrücklich als diskriminierend empfinden, aus dem Gebrauch zu streichen.